Einmal 24 Stunden lang den Alltag eines Feuerwehrmitglieds erleben, diese Gelegenheit bot sich unserer Feuerwehrjugend beim diesjährigen 24-Stunden-Tag.
Auf die Jugendlichen wartete ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Schulungen, praktischen Übungen und realitätsnahen Einsatzszenarien. Dabei standen neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung vor allem die Kameradschaft, der Teamgeist und der Spaß im Vordergrund.
Erste-Hilfe-Schulung
Der 24-Stunden-Tag begann um 9:00 Uhr mit einer Erste-Hilfe-Schulung. Dabei wurden unter anderem die Reanimation mit einem Defibrillator, das Anlegen von Kopf- und Druckverbänden sowie die stabile Seitenlage geübt.
Anschließend konnten die Jugendlichen ihr erlerntes Wissen bei einem realitätsnahen Fallbeispiel praktisch anwenden. Übungsannahme war eine Person, die von einer Leiter gestürzt war und entsprechend versorgt werden musste.
Sirenenprobe
Um 11:30 Uhr stand die Überprüfung der Sirenen auf dem Programm. Gemeinsam mit den Betreuern wurden sämtliche Sirenenstandorte im Einsatzgebiet angefahren und die Sirenen auf ihre ordnungsgemäße Funktion überprüft.
Mittagessen
Nach der Sirenenprobe ging es zurück ins Feuerwehrhaus, wo bereits das gemeinsame Mittagessen wartete. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es mit der Ausbildung weiter.
Gerätekunde
Am Nachmittag erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreicher Stationenbetrieb, bei dem vier verschiedene Bereiche des Feuerwehrwesens nähergebracht wurden.
Menschenrettung aus der Tiefe:
Im Schlauchturm konnten die Jugendlichen das Auf- und Abseilen kennenlernen und selbst ausprobieren.
Personenrettung aus einem Aufzug:
Nach einer Einweisung im Betriebsraum wurde gezeigt, wie bei einem Stromausfall eine eingeschlossene Person aus einem Aufzug befreit werden kann. Dabei wurde auch die Notentriegelung mittels Dreikantschlüssel erklärt.
Atemschutz:
Neben der Gerätekunde und dem richtigen Umgang mit dem Funkgerät konnten die Jugendlichen mit der Atemschutzausrüstung verschiedene Räume erkunden. Bei einer anschließenden Notfallübung wurde der Ausfall eines Atemschutzgeräteträgers simuliert. Nach Auslösung des Totmannalarms musste der verunfallte Kamerad gefunden und gerettet werden.
Handhabung von Feuerlöschern:
An dieser Station wurden die verschiedenen Arten von Feuerlöschern sowie deren richtige Anwendung erklärt.
Erster Einsatz – Fahrzeugbergung mit Menschenrettung
Gegen 16:00 Uhr wurde es für die Jugendlichen ernst. Beim Bauhof der Gemeinde wartete die erste größere Einsatzübung.
Übungsannahme war ein Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug über einer Kante hing und sich noch eine eingeklemmte Person im Fahrzeug befand.
Die Jugendlichen mussten die Einsatzstelle absichern und die Menschenrettung vorbereiten. Mithilfe des hydraulischen Rettungsgerätes konnte die eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug befreit werden. Anschließend wurde das Unfallfahrzeug geborgen.
Diese Übung bot einen interessanten Einblick in die technische Hilfeleistung und zeigte, wie wichtig die Zusammenarbeit bei einem Feuerwehreinsatz ist.
Zweiter Einsatz – Brand bei der Mosersäge
Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte gegen 19:30 Uhr bereits die nächste Alarmierung.
Diesmal lautete die Übungsannahme: Brand bei der Mosersäge.
Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde eine Saugleitung an der Lammer aufgebaut und Wasser angesaugt. Anschließend wurden zwei Löschangriffe sowie eine Hochdruckleitung aufgebaut.
Bei dieser Übung konnten die Jugendlichen die verschiedenen Tätigkeiten bei einem Brandeinsatz kennenlernen und das Zusammenspiel zwischen Wasserversorgung und Brandbekämpfung praktisch üben.Nach diesem ereignisreichen Tag ging es schließlich zur Nachtruhe ins Feuerwehrhaus.
Nächtlicher Einsatz – Fettbrand
Lange blieb es jedoch nicht ruhig. Bereits um 5:00 Uhr morgens wartete die nächste Einsatzübung auf die Jugendlichen.
Bei einem simulierten Fettbrand wurde eindrucksvoll demonstriert, welche Gefahren entstehen, wenn versucht wird, brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Die dabei entstehende explosionsartige Stichflamme zeigte deutlich, warum Fettbrände niemals mit Wasser gelöscht werden dürfen.
Anschließend wurde der Brand mit einem geeigneten Feuerlöscher bekämpft.
Frühstück
Nach dieser letzten Übung konnten sich alle beim gemeinsamen Frühstück um 7:00 Uhr stärken.
Ein unvergessliches Tag geht zu Ende
Nach zahlreichen Übungen, spannenden Einsatzszenarien und einer kurzen Nacht ging ein abwechslungsreicher 24-Stunden-Tag zu Ende.
Die Jugendlichen konnten dabei nicht nur ihr feuerwehrtechnisches Wissen erweitern und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch erleben, wie wichtig Teamarbeit, Zusammenhalt und Kameradschaft im Feuerwehrdienst sind.
Ein herzlicher Dank gilt allen Jugendbetreuern, Ausbildern und Helfern, die diesen 24-Stunden-Tag organisiert und begleitet haben. Ebenso bedanken wir uns bei allen Betrieben und Beteiligten, die uns die Durchführung der verschiedenen Übungen ermöglicht haben.











Bildquelle: FF Annaberg